Eisen

Definition und Wirkung von Eisen
Kategorie
Funktion
Sauerstofftransport
Bedarf
Körperlich Aktive
Schwangere
Nach überdurchschnittlichem Blutverlust

Eisen – Definition und leicht erklärt

Eisen ist ein Mineralstoff der zu den Spurenelementen zählt. Der Begriff Spurenelemente kann dabei durchaus wörtlich genommen werden. Er bezieht sich auf jeden Mineralstoff, der von unserem Körper in so geringen Mengen gebraucht wird, dass allein schon die „Spur“ des Stoffes ausreicht. Die kleine Menge des Mineralstoffs sollte allerdings nicht über die Wichtigkeit der Spurenelemente hinwegtäuschen. Tatsächlich sind viele Spurenelemente für den Menschen überlebenswichtig.

Eisen zählt dabei zu den essentiellen Spurenelementen. Das bedeutet, dass Eisen über die Nahrung aufgenommen werden muss. Es ist eines der bekanntesten Spurenelemente und wird aufgrund seiner lateinischen Bezeichnung „ferrum“ unter „Fe“ im Periodensystem der Elemente aufgeführt und zählt weltweit zu den an häufigsten vorkommenden Metallen.

Eisenhaltige Nahrungsmittel

Lebensmittel mit einem besonders hohen Eisengehalt sind Fleischgerichte. Besonders die Leber von Schweinen und Rindern ist hervorzuheben, sie ist sehr reich an Eisen. Für Vegetarier und Veganer bieten sich Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte als Alternative an. Die Speisen können auch mit Thymian, Petersilie, Minze und Zimt verfeinert werden. Diese Gewürze sind ebenfalls gute Eisenlieferanten. Generell lässt sich aber festhalten, dass Menschen Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln deutlich schlechter aufnehmen können als aus tierischen.

Im menschlichen Körper sind durchschnittlich nur 50 Milligramm Eisen enthalten. Diese kleine Menge hat aber auf über 100 Stoffwechselprozesse des menschlichen Körpers Einfluss, daher verwundert es nicht, dass Eisen eine Vielzahl von Funktionen erfüllt.

Funktionen von Eisen

Entwicklung von Erythrozyten und Hämoglobin Eisen wird benötigt um rote Blutzellen und Hämoglobin zu produzieren.
Sauerstofftransport Der Mineralstoff bildet die Basis des Sauerstofftransports im gesamten Körper.
Energiestoffwechsel Eisen ist am Transfer von Elektronen beteiligt. Diese sorgen für ein Spannungsgefälle in den Mitochondrien, das die Synthese von ATP in der Atmungskette ermöglicht. So nimmt Eisen direkten Einfluss auf die Energieproduktion.
Zellteilung Spielt eine Rolle im Prozess der Zellteilung und ist damit für das Wachstum relevant.
Durchblutung Unterstützt die positiven Effekte von Stickstoffmonoxid (NO) auf die Gefäße und unterstützt so bei der Verbesserung der Durchblutung.
Kognitive Funktion Eisen unterstützt die kognitiven Funktionen, insbesondere auch bei Kindern.
Entgiftung Ist Bestandteil der quantitativ wichtigsten Enzymfamilie, die zur körpereigenen Entgiftung benötigt wird, der sogenannten Cytochrom P 450-Familie.
Synthese-Prozesse Ist an der Bildung von Fettsäuren, der DNA und L-Carnitin beteiligt.
Immunsystem Wird benötigt für unterschiedliche Funktionen des Immunsystems.

Eisen bildet das Herzstück des Hämoglobins, einer Eiweißverbindung die dem Blut seine charakteristische rote Farbe verleiht und etwa 90 Prozent der menschlichen Erythrozyten, roten Blutkörperchen, ausmacht. An diesen Blutfarbstoff wird der über die Atemluft aufgenommene Sauerstoff in der Lunge gebunden und durch die Blutbahnen in alle Organsysteme transportiert. Um die Muskeln mit Sauerstoff zu versorgen, wird Eisen nicht an Hämoglobin gebunden, sondern an Myoglobin.
Damit ist Eisen von fundamentaler Bedeutung für die Sauerstoffversorgung des gesamten Körpers.

Einsatz in der Medizin

Schwangerschaft
Eisen wird oft prophylaktisch eingesetzt um Mangelzustände von Risikogruppen auszugleichen oder einen erhöhten Bedarf ausreichend versorgen zu können. Schwangere haben beispielsweise einen deutlich höheren Eisenbedarf. Schließlich müssen sie sich selbst und ihr ungeborenes Kind versorgen. Da Eisen für die Blutbildung und das Wachstum benötigt wird, zwei Prozesse die kontinuierlich im Fötus stattfinden, muss die Versorgung mit Eisen sichergestellt werden. Dieser erhöhte Bedarf reicht über die Schwangerschaft hinaus bis zum Ende der Stillzeit.

Eisenmangelanämie, ADHS und Leistungssport
Aber auch in anderen Bereichen kann mit dem Einsatz von Eisen viel erreicht werden. Neben der klassischen Eisenmangelanämie wird der Mineralstoff auch bei AD(H)S-Patienten, im Falle eins Burnouts und bei Mitochondriopathien eingesetzt. Leistungssportler greifen oft zu Eisenpräparaten um Defizite über den Schweiß auszugleichen und die Sauerstoffversorgung des Körpers und der Muskeln aufrecht zu erhalten.

Wird Eisen in einer anorganischen Verbindung beispielsweise als Eisenoxid aufgenommen, kann es zu Übelkeit, Bauschmerzen und Verstopfung führen. Besonders zum Problem wird dies, wenn Schwangere Eisen einnehmen. Um diese Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten empfiehlt es sich also, anstelle einer anorganischen Eisenverbindung eine organische zu wählen, beispielsweise Eisenbisglycinat. Diese sind im Regelfall deutlich verträglicher und verursachen eher selten Magen-Darm-Beschwerden. Da Vitamin C die Resorption von Eisen im Körper deutlich verbessert, eignet es sich hervorragend zur Unterstützung der Eisentherapie.

Eisenmangel ist recht weit verbreitet

Laut Studien ist Eisenmangel die häufigste Mangelerscheinung in Industrieländern. Man geht aktuell davon aus, dass zwischen 5 und 10 Prozent der europäischen Bevölkerung unter einer mangelhaften Eisenversorgung leiden. Dabei lassen sich relativ leicht Personengruppen mit erhöhtem Risiko identifizieren.

Risikogruppe Erhöhter Bedarf, weil:
Schwangere und stillende Frauen Müssen sich selbst und ihr Baby gleichzeitig mit Eisen versorgen.
Kinder / Heranwachsende Stetiges Wachstum benötigt permanent Eisen, da es für die Zellteilung essentiell ist.
Sportler / körperlich Aktive Genau wie Magnesium wird Eisen auch vermehrt über den Schweiß ausgeschieden, daher verlieren Sportler oft große Mengen Eisen während ihrer Trainingseinheiten.
Frauen im gebärfähigen Alter / Blutspender Ein größerer Blutverlust bedingt durch die Menstruation, eine Blutspende oder Verletzungen geht immer mit einem großen Eisenverlust einher.
Vegetarier / Veganer Unser Körper kann Eisen aus tierischen Quellen besser aufnehmen und verwerten als aus pflanzlichen.
Übergewichtige Übergewicht begünstigt Entzündungsreaktionen, die eine verminderte Eisenaufnahme nach sich ziehen.
Senioren Im Alter nimmt die Resorptionsfähigkeit von Eisen deutlich ab.

Die Symptome einer Eisenmangelanämie können vielfältig sein. Betroffene leiden oft unter Kopfschmerzen, einem steten Schwindelgefühl, Entzündungen und Rötungen im Mund- und Zungenbereich sowie unter Konzentrationsstörungen. Auch die körperliche Leistung, die erbracht werden kann sinkt, wenn dem Körper Eisen fehlt. Optisch kann sich ein Eisenmangel durch eine ausgeprägte Blässe des Hauttons, farblose Augeninnenränder und durch Haarausfall bemerkbar machen.

Problematischer Eisenüberschuss

Ein Eisenüberschuss entsteht nicht durch Einnahme von eisenhaltigen Supplementen. Kommt es dennoch zu einem problematischen Eisenüberschuss liegt der Grund in der Leber, deren Stoffwechselfunktion beeinträchtigt ist oder wenn die Eisenspeicherkrankheit, Hämochromatose, vorliegt. In so einem Fall darf kein weiteres Eisen aufgenommen werden.

Definition und Wirkung von Eisen